Wach ist, wer gut schläft, und das gelingt vielen nicht -
aber die Kunst der täglichen Erholung kann man lernen!

Erst wenn der Schlaf zum Problem wird, machen wir uns bewusst, dass er ein fragiles Geschenk der Natur ist.Er will geachtet und gepflegt werden, und wie das geht, zeigt dieses Buch, das dem Leser hilft, seinen persönlichen Tagesrhythmus aus der neuen Perspektive der modernen Schlafforschung zu überdenken.

Ausgeschlafen ist das Leben am schönsten. Doch viele schlafen immer schlechter und wachen immer müder auf. Das Buch regt den Leser dazu an, ein Gefühl für seine individuellen Ruhebedürfnisse zu bekommen und zu prüfen, ob er angemessen mit ihnen umgeht. Was geschieht physiologisch in den Kopfkissenstunden? Wie greifen Tages- und Nachtrhythmen ineinander? Was ist ein guter Schlaf? Was kann ihn beeinträchtigen, und was sind Schlafstörungen? Woran erkennt man ihre frühen Anzeichen? Welche Funktion haben Träume? Eine umfassende, anschauliche Einführung in eines der großen Geheimnisse der Natur - mit einer Checkliste zur Einschätzung und Verbesserung des persönlichen SQ.

Über die Autoren
Ingo Fietze, Arzt und Schlafmediziner, ist Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Er ist Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und organisierte u. a. 2005 den Gründungskongress der World Association of Sleep Medicine in Berlin.
Thea Herold ist Diplomjournalistin. Sie arbeitet als freie Autorin und lehrt an der Universität der Künste Berlin Kulturjournalismus. Für ihre Texte über Kunst erhielt sie den Carl-Einstein-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg.

Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2006. 320 S., geb., 19,95 [Euro]

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AUSZÜGE AUS REZENSIONEN ZUM BUCH:

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Mediathek - Datum: 13.01.2007 –  Titel: Überwachen und Schlafen - Autor: Volker Breidecker
Wohin gehen wir, wenn wir schlafen? Trotz der göttlichen Wertschätzung eines geruhsamen Schlummers auch außerhalb des Sonntagsgebots „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“, heißt es in Psalm 127-, war der Schlaf den Menschen lange Zeit ein eher unheimliches Gut. Als lieferte er eine alltägliche oder besser allnächtliche Probe auf die alte Mahnung, wonach wir mitten im Leben vom Tode umfangen sind, rückten insbesondere die Künstler, Dichter und Denker den Schlaf in die Nähe des Todes.
Ein berüchtigter Nachtarbeiter wie Honoré de Balzac, dessen hellwachen Beobachtungen des Anblicks Schlafender wir immerhin auch eine praktikable Theorie des Bettes verdanken, schrieb: „Im Schlaf sind wir lebende Leichname, sind die Beute einer unbekannten Macht, die sich gegen unsern Willen unserer bemächtigt und sich durch die sonderbarsten Wirkungen kundgibt: einige Menschen haben einen geistvollen Schlaf, andere einen dummen.“ Wiederum andere finden jedoch überhaupt keinen Schlaf, und seit der Erfindung der Glühbirne das haben moderne Schlafforscher ermittelt hat sich die durchschnittliche Schlafzeit der Europäer um rund zwanzig Prozent verringert. Wacher sind die Nutznießer von Edisons Erfindung dadurch freilich nicht geworden, vielmehr laufen sie zunehmend verpennter und miesepetriger auch am helllichten Tage herum.
Zur besseren nächtlichen Erquickung einer chronisch „übermüdeten Gesellschaft“, die auch am Tage nicht mehr so recht weiß, „was eine gute Pause ist“ und welch muntere Wonnen ein kleines Nickerchen zwischendurch bereiten kann, haben der Berliner Schlafmediziner Ingo Fietze und die Kulturjournalistin Thea Herold ein Buch verfasst, das die Ergebnisse eines noch jungen Forschungsgebiets in allgemeinverständlicher, höchst anschaulich und sogar vergnüglich zu lesender Form ausbreitet.
Mit den Vorurteilen, wonach sich der Mensch im Schlaf einem Zustand völliger Passivität auslieferte, in dem Körper wie Geist buchstäblich auf null heruntergefahren würden, hat die moderne Schlafforschung gründlich aufgeräumt. In der Vergangenheit noch als Dornröschenforschung verspottet, hat sie es freilich nicht ganz leicht, da sie mit der Ergründung unseres inneren schwarzen Kontinents an hartnäckigen Vorurteilen und Tabus der Medizin wie der Gesellschaft rührt. Mit Frank Sinatra träumt diese noch immer von ganzen Städten ohne Schlafmützen, wohingegen sich unter den aller überkommenen protestantischen Ethik der Geschäftigkeit widersprechenden Idealen einer „neuen Bettkultur“ und exquisiten „Schlafkultur“ mittlerweile eine ganze Industrie des realen und faktisch gestörten Schlafverhaltens der Menschen in profitabler Weise annimmt.
Wohlfeilere Aufklärung über die lebenserhaltende Bedeutung des Schlafs, über alle damit zusammenhängenden Störungen und Defizite sowie darüber, wie ihnen erfolgreich abzuhelfen wäre, bietet dieses kluge Buch als Wegweiser ins Schlummerland. Dafür, dass die beiden Autoren über ihrem Manuskript manche Nachtstunden zugebracht und kostbaren Schlaf geopfert haben dürften, ist es mit erstaunlich leichter Hand geschrieben. Den Leser lässt es teilhaben an den aufregenden Entdeckungen einer Wissenschaft, die noch im Werden ist und die auch gar nicht so kompliziert wäre, wenn wir nur die Frage eines Theodor Fontane  „Denn was ist ein Leben ohne Schlaf?“ sinnvoll beherzigen würden. „Den Schlaf betreffend“, beschließen die Autoren als Fazit, „ist fast alles, was einem gefällt und gut tut, auch erlaubt. Machen Sie ihr Schlafzimmer zum Forschungsgegenstand. Entdecken Sie Morpheus’ Reich als ein lohnendes Experimentierfeld. Beteiligen Sie Ihre Familie/Ihren Freund/Ihre Freundin an ihrem Vorhaben.“ Und wenn es dann soweit ist und die forschenden Augen der nächtlichen Aufklärer endlich zufallen, dann schläft jeder wieder für sich alleine.

Quelle: Die Welt - Datum: 7.10.2006 - Seite: 6 - Autorin: Sonja Kastilan - Rubrik: Kurz und knapp
Nach IQ und EQ wird es jetzt Zeit, den SQ zu bestimmen. Der Berliner Schlafmediziner Ingo Fietze hat mit der Journalistin Thea Herold den "Schlafquotienten" ersonnen, um Leser auf ihre natürlichen Bedürfnisse aufmerksam zu machen. 50 Punkte können maximal erreicht werden, 30 sind noch zufriedenstellend, bei weniger als 9 besteht ein Gesundheitsrisiko. Und für all jene, die ihre nächtlichen Gewohnheiten verändern wollen, liefert ein Drei-Wochen-Programm wichtige Hilfestellungen. Waren in der Antike vor allem Hypnos' Künste gefragt, sind es heute eher REM-Werte, Rituale und chronobiologischen Rhythmen, die bestimmen, ob ein Mensch wirklich im Takt ist und gesund schläft. Fietze und Herold erklären den biologischen Hintergrund sachlich, aber leicht verständlich und mit zahlreichen Fallbeispielen sehr anschaulich. Sie geben auch Hinweise, welche "Quälgeister" den Schlaf stören und wie man diesem Fluch möglicherweise entkommen kann. Außerdem beruhigt ihr Beispiel Goethe ungemein, dass nicht nur Kurzschläfer mit genialen Einfällen rechnen können. Der Dichter benötigte zwölf Stunden, während Leonardo da Vinci nur wenig Schlaf brauchte. Entscheidend ist allein der SQ.

Quelle: FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung - Datum: 4.10.2006 - Seite: Literatur-Beilage zur Buchmesse S. 36 - Rubrik: Sachbücher
Ein typischer Fall von Schlafschuld Wer versucht, sowenig wie möglich im Bett zu liegen, zahlt einen hohen Preis: Ingo Fietze und Thea Herold helfen durch die Nacht / Von Franziska Bossy Alles ist verschwommen. Schwarzweiß ist das Büro. Der Angestellte sieht nur Nuancen von hell- bis dunkelgrau. Die Müdigkeit des von Schlaflosigkeit Geplagten ist Bestandteil seines Lebens geworden, er kann nicht mehr zwischen Wach- und Dämmerzustand unterscheiden. Was passiert, wenn wir uns nachts zur Ruhe betten? Was für ein Schläfer bin ich? Eine frühaufstehende Lerche oder eine nachtaktive Eule? Wie sich unser Schlafverhalten auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirkt, das erkunden der Schlafmediziner Ingo Fietze und die Publizistin Thea Herold in ihrem Buch. Der Erfolg gibt der Zusammenarbeit des Autorenduos recht: Sie erzählen ihre Gute-Nacht-Geschichte der modernen Schlafforschung mit journalistischer Anschaulichkeit und wissenschaftlicher Präzision. Für den Büro-Helden in David Finchers Film "Fight Club" würde wohl ihre Analyse gelten: "Ein typischer Fall von akuter Schlafschuld." Denn weil dieser nachts kein Auge zumacht, leidet er schließlich so sehr an seinem Schlafdefizit, daß er halluziniert und sich eine irrsinnige eigene Realität erschafft. Die Zeiten, in denen Schlafforscher am Schlaf sparen oder ihn effizienter gestalten wollten, sind vorbei. Vier aktuelle Theorien erklären die Funktion des Schlafes. Das "restaurative Modell" beobachtet, daß wir schlafen, um uns zu erholen, und wie sehr es schadet, wenn wir nicht ausgeschlafen sind: Schlafmangel "senkt die Aufmerksamkeit, die Spannkraft, das logische Denkvermögen, die Wortfindung und allgemein das Befinden - kurz, er macht dumm." Dagegen gilt: Wer träumt, ist schlau. Der Wechsel vom REM- zum Non-REM-Schlaf setzt komplexe und gut entwickelte Hirnstrukturen voraus (REM bedeutet "rapid eye movement": Die schnelle Bewegung der Augäpfel unter den Lidern ist ein Anzeichen für den Traumschlaf). Der menschliche Fötus träumt relativ wenig, Amphibien und Reptilien träumen nie. Das "Energiemodell" konzentriert sich darauf, daß die Schlafpause im Verlauf der Evolution unter anderem deshalb bei Vögeln und Säugetieren notwendig wurde, weil sie für ihren energieaufwendigen Kreislauf Kraft tanken mußten. …. Fietze und Herold sprechen sich ob der gegenwärtigen Erkenntnisse einmal mehr dafür aus, Schlaf als Genuß zu zelebrieren. Neben dem Rat, auszuschlafen, um nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Lebensfreude zu erhalten, machen die Autoren am Schluß ihres Buches Vorschläge für eine Schlafkur. Das Leben auf der Überholspur prägt unser Verhalten in den westlichen Industrienationen. Wir sparen am Nachtschlaf und empfinden ihn oft als verlorene Zeit. Aber weil wir nicht "schneller schlafen" können als unsere Vorfahren, betrügen wir uns dabei selbst. "Schlafdeprivation", wie Wissenschaftler den Schlafentzug nennen, greift nicht nur unsere mentalen Energiereserven an. Wer versucht, sowenig Zeit wie möglich im Bett zu verbringen, zahlt einen hohen Preis. Denn wer kürzer schläft, träumt weniger. In der griechischen Mythologie ist der Gott des Traumes, Morpheus, der Sohn von Hypnos, dem Gott des Schlafes. Das stimmt auch für die Schlafwissenschaft, denn die Traumschlafphasen werden aus den vorhergehenden Tiefschlafphasen geboren. Unsere verlorenen Träume schlagen nicht nur psychisch zu Buche. Auch unser Körper kann nicht ohne Folgen auf den Traumschlaf verzichten, die physischen Beeinträchtigungen sind bei Tief- und Traumschlafentzug gleich groß. Deshalb starten nicht nur Menschen, die zu wenig schlafen, chronisch müde in den Tag, sondern auch alle, deren Schlafzeit fragmentiert ist und deren Schlafphasen ständig unterbrochen werden, wie beispielsweise Mütter, die immer wieder von ihrem Kind geweckt werden, oder der schlaflose Büroangestellte, der sich nachts von einer Seite auf die andere wälzt. In Deutschland ist Schlaf wieder en vogue. …..Wer noch besser und bewußter schlafen möchte, dem sei die Bettlektüre des "Schlafquotienten" empfohlen.

 

 

 

 

 


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